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Mehr Wärmeschutz bei alten Fenstern – Auch der Austausch der Scheiben wird gefördert

Fenster und Außentüren sind bei Altbauten eine energetische Schwachstelle. Da sie oftmals ein Drittel der Gebäudehülle einnehmen sind Sanierungsmaßnahmen zur Senkung der Heizkosten hier wirkungsvoll. Ehe man über einen kompletten Fenstertausch nachdenkt sollte der wesentlich kostengünstigere Ersatz lediglich der Isolierglasscheiben geprüft werden. Voraussetzung: die alten Fensterrahmen sind noch in einem guten Zustand und vor allem dicht. Es kommt also darauf an ….

Wir möchten Ihnen hier einige Entscheidungshilfen für den reinen Scheibentausch geben:

• ca. 30 Jahre alte Isolierglasscheiben haben auch ohne Anzeichen von Defekten einen nach heutigen Maßstäben schlechten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert; je niedriger desto besser). Damals war vor allem der Schallschutzfaktor von Interesse.

• eine staatliche Förderung kann auch für „Ertüchtigung der Fenster“, d.h. Austausch der Scheiben in Anspruch genommen werden. Ein Zuschuss von der Bafa oder ein Kredit von der KfW kann nur mit Einbindung eines Energieberaters und vorherigem Antrag erreicht werden.

• Wer nur auf einen Steuerbonus abzielt braucht keinen Energieberater hinzuzuziehen. Die Einkommenssteuer wird 3 Jahre reduziert, wobei jeweils der Gesamtbetrag angerechnet wird. Damit werden bis zu 20% der Sanierungskosten wieder erstattet. Bei der Steuererklärung muss die Anlage „Energetische Maßnahmen“ ausgefüllt werden. Es reicht die Rechnung der Firma, welche die Scheiben eingebaut hat mit einem vom Fachbetrieb unterzeichneten ausgefüllten Formular. Suchbegriff: EsanMV-Musterbescheinigung_01.2020.pdf. Dort im Abschnitt IV „Erneuerung der Fenster“ ankreuzen, obwohl es sich nur um die Scheiben handelt.

• Für die Förderung bzw. Steuerbonus reicht ein U-Wert der Scheiben von 1,3 W/m²K. Dieser Wert wird bei neuem 2-Scheiben-Wärmedämmglas erreicht bzw. unterschritten. Die Scheiben haben heute als Füllgas Argon anstatt damals nur getrockneter Luft. Zur Verbesserung der Wärmedämmung können für einen geringen Aufpreis Glasabstandshalter „mit warmer Kante“ gewählt werden. Diese haben dann einen U-Wert von ca. 1,1 W/m²K. In die alten Rahmen passt i. Allg. keine 3-Scheiben-Verglasung. Diese rentiert sich wegen der deutlich höheren Kosten aber auch kaum.

• Neben den niedrigeren Kosten ist auch der bauliche Aufwand bei reinem Scheibentausch wesentlich geringer im Vergleich zum kompletten Fenstertausch. An einem Einfamilienhaus lässt sich der Austausch von ca. 15 bis 20 Scheiben an einem Tag erledigen; ohne Erzeugung von Schmutz.

Noch eine Empfehlung im Zusammenhang mit Fenstern an Altbauten: Energetische Schwachstellen sind oft auch die Rollladenkästen. Durch die Anbringung einer inneren Wärmedämmung (Bausätze oder Ausschäumen) zusammen mit einer guten Abdichtung der Öffnungen lässt sich mit vertretbaren Kosten ein guter Effekt erzielen. Die Gemeinde macht ihre kommunale Wärmeplanung. Machen Sie an Ihrem Haus Ihre persönliche Wärmeplanung und setzen Sie diese um!

Helmut Kahl

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