Kategorien
Allgemein

Ein Tropengewächshaus für Sauerlach – Ergebnisse einer ersten Machbarkeitsstudie

Katarína Bulková, Absolventin des Masterstudiums Maschinenbau an der TU München, erstellte in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Energiesysteme an der TUM eine Machbarkeitsstudie zur Möglichkeit der Restwärmenutzung aus der Geothermieanlage Sauerlach. Etwa 50 Zuhörerinnen und Zuhörer waren ins Begegnungszentrum Zachäuskirche gekommen, um die Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen der Vollversammlung der Agenda21 Sauerlach zu hören, Fragen zu stellen und mitzudiskutieren.

Die Idee ist, eine Möglichkeit für eine sinnvolle Nutzung der Restwärme der Geothermieanlage der Stadtwerke München zu finden – ein Thema, das schon seit Jahren zu vielerlei Überlegungn geführt hat. Jedoch kam es bislang nie zu konkreten Ergebnissen. Die Restwärmenutzung ist wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll, da das geförderte Wasser nach Auskoppelung von Wärme für das Netz der ZES und Nutzung für die Stromproduktion durch die Stadtwerke München noch verwertbare Restwärme aufweist. Die nun vorgestellten Studienergebnisse zur technischen Machbarkeit der Beheizung eines Tropengewächshauses sind ein konkreter Planungsschritt zur Verwertung der Restwärme. Der Begriff Tropengewächshaus bezieht sich dabei auf die Temperatur und die Beheizung, nicht auf die Pfanzen im Gewächshaus. Was am Ende darin wachsen könnte, ist eine wirtschaftliche Entscheidung, die in Zusammenarbeit mit möglichen Investoren zu treffen ist. Neben tropischen Früchten könnten dies bspw. auch Tomaten sein. Klar ist in jedem Fall, dass es möglich ist, Obst und Gemüse bei uns in der Heimat zu erzeugen, das Gewächshaus ökologisch sinnvoll mittels Restwärme zu beheizen und dabei zudem Transportwege einzusparen.

Ein solches Gewächshaus, das geothermisch mit Wärme versorgt wird, wäre kein Pilotprojekt in Bayern. Es gibt bereits Beispiele für funktionierende, mittels Abwärme beheizte und wirtschaftlich erfolgreiche Projekte in Bayern. In Tettau im Landkreis Kronach werden unter anderem Papaya, Maracuja, Chili, Ingwer und Gewürze angebaut und regional vermarktet. Der Gemüsebau Steiner beliefert aus seinem Gewächshaus in Emmerting (Landkreis Altötting) Rewe und Penny in der Region mit Tomaten.

Wie geht es nun weiter? Die Machbarkeitsstudie hat die technische Machbarkeit untersucht bietet eine Datengrundlage für Fragen wie Dimensionierung, Positionierung und wirtschaftlicher Machbarkeit. Im Rahmen des Projekts entstanden etliche Kontakte zu Experten, die für die weiteren Planungen genutzt werden können.